Portal für gesunde Themen

Zuviel Stress endet oft in Depressionen oder einem Burnout –  Welche Gegenmittel gibt es?

Da Stress ein sehr subjektives Empfinden ist, gibt es keine verifizierte Skala um die Intensität allgemeingültig zu beschreiben. Somit sind Patentrezepte zum Scheitern verurteilt.

Stress ist das subjektive Empfinden, dass eine Situation von Bedeutung in geraumer Zukunft nicht oder möglicherweise nicht kontrollierbar sein wird. Daraus ergibt sich Distress da die durch den Stress verursachte Energie nicht auf einen Lösungsweg geleitet werden kann.

Einer der häufigsten Gründe warum Menschen unter Stress leiden sind zu hohe Ziele oder Zielvorgaben. Speziell dann wenn eine Strategie zur Zielerreichung à la „The Secret“ angewandt wird. Wo man ja nur daran glauben muss oder es sich visualisieren muss. Wo man angeblich nur eine Bestellung beim Universum abzugeben braucht und Hermes persönlich liefert sie dann aus.

Leider funktioniert es in der Wirklichkeit des Lebens bei den wenigsten Menschen.

Warum gibt es überhaupt Stress?

Es ist absolut normal Stress zu haben er ist sozusagen unzertrennlich mit jeglicher Form des Lebens verbunden. Genau so ist es von der Natur vorgesehen und deshalb konnten wir als Spezies bis heute überleben.

Ein Beispiel:
In Mitteleuropa hatten wir im Angesicht des Profites für Fabriken viele Biotope und wichtige Ressourcen zerstört, bis den Menschen bewusst wurde, dass ohne Notbremse der Lebensraum Europa und die Gesundheit der Menschen in naher Zukunft nicht mehr kontrollierbar wäre. Dadurch entstand eine Art kollektiver Stress, was letztendlich zu einer mehr oder weniger umweltfreundlichen Politik und Gesetzten geführt hat.

Man kann eigentlich sagen, dass Stress für unser Leben wie das Salz für die Suppe ist. Er ist sogar ein bedeutender Faktor für das menschliche Lernen und unsere Fortbildung.

Erläuterung des Begriffs Stress

Der Begriff Stress ist zum ersten Mal von dem Physiologen Walter Bradford Cannon in seinen Untersuchungen wie Tiere auf Bedrohungen bzw. Alarmsituationen reagieren (Flucht oder Angriff) erwähnt.

Ursprünglich kommt der Begriff Stress aus der Physik und Werkstoffkunde und bezeichnet dort die Veränderung eines Materials durch äußere Krafteinwirkung. Diese Definition kann man sehr gut auch in die psychologische Welt übertragen. Hans Selye beschrieb in den 30er Jahren die Grundlagen der Stresslehre. Für die Beschreibung von Stress braucht es die Wahrnehmung eines Stressors (also eines Stress auslösenden Reizes) über die Sinne und dessen Weiterleitung über die Nervenbahnen zu einer reizverarbeitenden Region. Als Begleiterscheinung werden in Stresssituationen immer Hormone und bestimmte Sekrete vom Körper ausgeschüttet.

Körperlicher oder geistiger Stress?

Es gibt unzählige Literatur die „einzelne Stressarten“ bis ins kleinste zerpflückt, aber Körper und Geist stehen so nahe beieinander, dass es selbst noch nicht einmal einen rein körperlichen oder rein geistigen Stress gibt.
Jedoch kann man sagen es gibt zwei mögliche Arten von Stress denen man ausgesetzt sein kann.

1. Physischer also körperlicher Stress:

Er entsteht wenn irgendwelche Faktoren oder Umstände direkt auf unseren Körper einwirken. Dazu gehören Lärm, Hitze, Kälte, mangelnder Schlaf, Schmerzen, Hunger, Durst, ….

2. Psychischer also geistiger Stress:
Entsteht durch die eigene Interpretation von Situationen und hängt massiv davon ab welche Bedeutung wir ihnen zuschreiben. Dazu zählen die zwischenmenschlichen Beziehungen, berufliche Ereignisse und die kulturellen und sozialen Gepflogenheiten.

Jedoch erkennt man in alten Redewendungen die kausalen Zusammenhänge zwischen geistigen Stress und den körperlichen Auswirkungen:

  • Jemand hat schwer zu tragen.
  • Einem anderen geht etwas an die Nieren.
  • Vielen Menschen schlägt etwas auf den Magen.
  • Manch einer hat da einfach nur Schiss.

Die deutsche Sprache ist voll von Hinweisen auf die Wechselwirkungen zwischen Seele und Körper.

Zivilisation als Ursache für unbewältigbaren Stress?

Als Kultivierte Menschen sind wir durch die heutige Gesellschaft in ein emotionales Korsett aus Beruf, Familie und Freizeit gezwängt.

So wie Gott uns den Stress gegeben hat, hat er uns auch das göttliche Recht der Stresslösung gegeben.

Aber durch die Gesetzte, gesellschaftlichen Regeln und Normen, Konventionen und Verfügungen werden die Möglichkeiten zur logischen und natürlichen Lösung von Stresssituationen derart eliminiert, dass für manche Menschen keine Lösungsmöglichkeit mehr offen steht. Dies kann dann sehr oft in einer Depression oder einem Burnout enden.

Stress – ein häufiger Krankheitsverursacher

Woher kommt es, dass Stress ein so häufiger Grund für Krankheiten ist?

Die immer schneller werdenden und komplizierteren Anforderungen des modernen Lebens vermitteln vielen das Gefühl, dass sie bestimmte Bereiche ihres Lebens de facto nicht mehr kontrollieren können.

Das macht immer mehr Menschen derart zu schaffen, dass sie sich immer weniger in der Lage sehen die geforderten Obliegenheiten zu bewältigen. Daraus resultierend gibt es immer mehr Krankenstände aufgrund von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen welche seit den letzten Jahren auch pro Patient ein immer längeres zeitliches Volumen einnimmt. Da sich die stressbedingten Depressionen und Burnouts nicht in ein paar Tagen kurieren lassen. Aber auch Adipositas und Übergewicht sind häufige Begleiterscheinungen von Stress.

Die absteigenden Übergänge von Stress zu einem Burnout sind fließend, bis dann eines Tages gar nichts mehr geht.

Es fängt damit an, dass man über längere Zeit sich permanent Energie- und Kraftlos fühlt. Dann kommt einhergehend das subjektive Erleben, dass man mit nichts wirklich fertig wird. Gefährlich wird es dann wenn man anfängt soziale Kontakte zu meiden und stattdessen vermehrt Zeit mit Fernsehen oder Computerspielen verbringt und vielleicht sogar dem Alkohol frönt. Kurz vor dem absoluten aus stehen dann die kleinsten Aufgaben wie riesige Bergmassive vor einem.

Arbeit, Langeweile, Stress und Burnout

Wer glaubt das Stress und Burnout nur bei arbeitenden Menschen vorkommt irrt gewaltig. Auch Arbeitslose, Künstler und leider auch sehr oft alleinerziehende Mütter sind von Burnout betroffen.

Bei Angestellten kommt es oft durch höhere Arbeitszeit und gesteigerte berufliche Aktivität dazu, dass die Leidenschaft zur Arbeit sich im Stress verliert und er in Folge nur noch von Wochenende zu Wochenende wartet. Bis man sich dann auch am Wochenende permanent energielos fühlt.

Allerdings hat die Medizin nun auch herausgefunden, dass Langeweile und Unterforderung zur gleichen Stresssituation führen können was in weiterer Folge zu einem sogenannten Boreout führt.

Das könnte dich auch interessieren:

2 Antworten auf Was ist Stress und wie kommt es dazu?

  • Eigentlich interessiere ich mich für Stressbewältigung, aber obwohl dieser Beitrag eigentlich nur eine Erläuterung ist hat er mir doch ein paar Einsichten gegeben die sehr gut sind. Bis auf das Beispiel. Was haben Firmen, Umwelt, Gesetze und kollektiver Stress miteinander zu tun.

    • Ja, das ist ganz einfach. In den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren waren in den Fabriken so gut wie keine Filter eingebaut und es war üblich, dass giftiger Müll einfach in die Flüsse geleitet wurde. Bis dann die Leute gemerkt haben, dass es in den meisten Flüssen kein Leben mehr gibt und der Wald anfängt zu sterben, usw. Da hat sich dann, vor allem auch durch die Berichterstattungen und Nachrichten, bei vielen etwas Angst vor der Zukunft breit gemacht. Weil die Leute wussten, dass wenn sie so weitermachen, es enorme wirtschaftliche und umweltbedingte Probleme geben wird. Das stresste die überwiegende Bevölkerung, weil der normale Mensch ja eine lebenswerte Welt seinen Kindern weitergeben möchte und nicht verseuchten Boden und tote Flüsse. Und dieser kollektive Stress führte dann letztendlich dazu, dass auch Politik und Gesetzgebung den Umweltschutz gesetzlich verankert hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.